SG Hausham

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Ski
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30.12.2021 10:28 Alter: 272 days
Kategorie: Ski

Ein großer Verein mit Geschichte und Geschichten

JUBILÄUM - Von 17 Turnern im Jahr 1901 gegründet: SG Hausham blickt auf ihr 120-jähriges Bestehen zurück


Die Sportgemeinschaft (SG) Hausham wurde Mitte dieses Jahres 120 Jahre alt. Das hat unsere Heimatzeitung zum Anlass genommen, in Zusammenarbeit mit dem ehemaligen Haushamer Bürgermeister und jahrzehntelangen SG-Kassier Hugo Schreiber, an einem besonderen Text zu arbeiten. Auf eine kurze Einleitung zur Geburtsstunde der SG folgen Protokolle von Menschen aus der Vereinsgeschichte der Sportgemeinschaft. Es entstanden einzigartige Geschichten auch abseits des sportlichen Geschehens. Den größten Erfolg – darauf legt Schreiber Wert – feierte die Rennrodlerin Sonja Wiedemann, die 1999 Weltmeisterin wurde.
Sparte Turnen
Es waren 17 Männer, die am 10. Juni 1901, also vor 120 Jahren – den Grundstein für die heutige Sportgemeinschaft Hausham legten. Der federführend agierende Hans Mayer und seine sportbegeisterten Mitstreiter gründeten Anfang des 20. Jahrhunderts den ersten Turnverein in Hausham. Die Männer schlossen sich zusammen, bauten sich kurzerhand ihre Turngeräte in Eigenregie selbst zusammen und luden zu ersten Turnstunden in die Räume zweier Gaststätten im Ort. Im „Schwarzen Diamanten“ und beim Kellerer machte die SG ihre ersten Schritte als junger Sportverein. Nur ein Jahr später, 1902, veranstalteten die Haushamer Turner ihr erstes Turnfest, das sich zu einem vollen Erfolg entwickelte und den Baron von Wendland, den Besitzer vom „Haushamer Hof“ dazu brachte, die erste Turnhalle in Hausham zu bauen. 1904 wurde diese dann im Rahmen eines erneuten Turnfestes feierlich eingeweiht.
Handicap Integrativ
„Sarah stapft entschlossenen Schrittes auf den Tennisplatz. Die letzten Meter fallen ihr leicht, sie geht sie allein, nachdem sie ihre Mama mit dem Auto hergebracht hat. Ihre Entschlossenheit, die ein wichtiger Teil ihrer vielfältigen Persönlichkeit ist, steht ihr ins Gesicht geschrieben. Das merken ihre Mitmenschen vor allem, wenn sie etwas gerne macht. Denn Dinge, die ihr Freude bereiten, führt Sarah langsam, aber sicher durch – über alle Hindernisse hinweg. Dennoch hätte sie in einem normalen Sportverein wohl keine Chance. Denn der schnell springende Tennisball hüpft manchmal sehr eigensinnig mal hierhin, mal dorthin. Aber Sarah lässt sich nicht entmutigen. Sie hat ihr Downsyndrom ja auch in den Griff bekommen und erfolgreich ihre Schule beendet. Auch aus ihrer künftigen Berufswelt will sie immer wieder mittwochs um 17 Uhr rauskommen. Denn dann heißt es für Sarah wieder: ,Heute mache ich den Trainer Kaiser mal wieder fertig!’“ Stephan Kaiser
Sparte Tischtennis
„Mehrere Highlights zieren die 74-jährige Geschichte unserer Abteilung. Nach dem Umzug von der Schulturnhalle in die Landkreis Sporthalle 1983 hatten wir einen absoluten sportlichen Leckerbissen: Chinas Nationalmannschaft kam nach Bayern und hatte bei einem Vergleich mit den besten europäischen Tischtennisspielern ihren einzigen Auftritt bei uns in Hausham. Mehr als 1000 Zuschauer verwandelten die Halle in einen Hexenkessel. Begleitet vom Bayerischen Rundfunk sahen die Zuschauer Weltklasse-Leistungen. 1999 spielte kein geringerer als Timo Boll eines seiner ersten großen Turniere in Hausham. Der Deutsche Tischtennisbund vergab das nationale Top-16-Turnier zu uns in die Halle. Die besten 16 Damen und Herren aus Deutschland kamen nach Hausham. Mit nur 18 Jahren gewann Timo Boll, der heute noch auf Weltklasse-Niveau spielt, das Bundesranglistenturnier in Hausham.“ Josef Langenwalter
Sparte Ski
„Ich könnte an dieser Stelle über die Erfolge der Ski-Sparte schreiben. Sei es Skispringer Sepp Kimpfbeck, der 1936 dem deutschen Olympia-Kader angehörte, Hans Penzl, der 1971 deutscher Meister im Slalom wurde, Silbermedaillengewinner bei der Junioren-WM Martin Kraus oder jüngere Erfolge wie die erfolgreiche Zeit von Katharina Leidgschwendtner, die ihre Ski-Karriere für die einer Ärztin beendete. Doch ganz wichtig zu betonen ist, dass nicht nur der sportliche Wettkampf im Vordergrund steht – auch der gesellschaftliche Teil der Sparte hat einen hohen Stellenwert. Bei zahlreichen Veranstaltungen vom Weinfest bis zum Almkaffee am Volksfest zeigt sich immer wieder: Die Skifahrer zeigen gesellschaftliche Unterhaltungsqualitäten. Die jeweiligen Vorstandschaften sorgten immer dafür, dass das nicht zu kurz kommt. Frei nach dem Motto: ,Schee war’s bei de Skifahrer, do geh’ ma wieder hi.’“ Markus Czernik
Sparte Fußball
„Ich war in der Aufstiegssaison 1998/99 Vorstand der Fußballer. Wir haben schon vorher ein starkes Mannschaftsgefüge mit Peter Schott als Trainer gehabt und uns mit Billy Knies, Bekir Memic und Erich Eckmair noch einmal verstärkt. Und dann wussten die Gegner nicht mehr, wen von uns sie überhaupt decken sollen. Wir standen schon frühzeitig als Aufsteiger in die Bezirksliga fest, worauf eine wilde inoffizielle Feier im ,Treff’ von Hans Seidl stattfand. Davon dürfte ich auch heute noch nicht viel erzählen. Hinzu kam der Gewinn unseres Hallenturniers im Winter. Das war sozusagen das i-Tüpfelchen auf einem der erfolgreichsten Jahre der jüngeren Vergangenheit. Die offizielle Aufstiegsfeier fand dann am Saisonende mit über 100 geladenen Gästen statt. Bürgermeister Arnfried Färber sponserte ein Fass Bier für die Mannschaft, und die Garde trat auf – das gehört in Hausham immer dazu. Neben den Meistermedaillen gab es auch die Auszeichnung für den besten Torjäger. Im Vorfeld musste allerdings ein zweiter Pokal angeschafft werden, weil Bernhard Bayer und Bekir Memic beide 20 Tore erzielt hatten.“ Adi Eckmair
Text und Protokolle:
Michael Eham
Quelle: Miesbacher Merkur vom 30.12.2021