Werfen ins benachbarte Feld

15.06.2020 | Kategorie: Leichtathletik

Christina Stumböck und Sabrina Zeug sind beim Training kreativ

Not macht erfinderisch – nach diesem Motto gestalteten die beiden Leichtathletinnen Sabrina Zeug und Christina Stumböck von der SG Hausham ihr Training in den vergangenen Monaten. Seilspringen in der Tiefgarage, Speerwerfen aufs offene Feld, Krafttraining vor dem Haus – es war alles dabei. „Corona hat uns viele Monate zurückgeworfen“, erzählt ihr Trainer Hans Zenzinger. Doch Aufgeben gilt nicht: „Wir bereiten uns so vor, als wenn im Juli die ersten April-Wettkämpfe wären“, sagt die 22-jährige Stumböck.

Eigentlich ist alles so wie immer, wenn der Trainer Hans Zenzinger mit seinen beiden Schützlingen trainiert. Er sitzt mit T-Shirt und kurzer Hose im Stuhl, das Tablet in der Hand und beobachtet Christina Stumböck und Sabrina Zeug, wie sie vor ihm Gewichte stemmen. Neben ihnen liegt der Trainingsplan, bis ins Detail ausgetüftelt von ihrem Trainer-Urgestein. 60 Wiederholungen mit dieser und jener Scheibe auf der Hantelstange. Nur: Sie haben sich ihren persönlichen Kraftraum im Hof vor Stumböcks Familienhaus in Wall aufgebaut. „Ich habe das ganze Krafttraining natürlich umstellen müssen“, erzählt Zenzinger. Im Oktober hatten sie mit der Vorbereitung auf die Hallensaison begonnen. Das Training lief hervorragend. Endlich konnte auch Christina Stumböck, die sich wegen ihres Studiums die Jahre zuvor nicht allein auf die Leichtathletik konzentrieren konnte, voll mitziehen.

Auch Sabrina Zeug, Bayerns Nummer eins im Kugelstoßen, kam gesund durch den Winter. „Mim Stein wären wir so guad beinander gwesn“, sinniert Zenzinger. Im März wäre ja auch der erste Höhepunkt angestanden: die Deutsche Hallenmeisterschaft im Steinstoßen. Doch dann kam Freitag, der 13. „Wir haben am Anfang ja gar nichts gewusst“, erinnert sich Zeug, „nur, dass alle Hallen zu sind, alle Wettkämpfe abgesagt sind, wir nicht mehr gemeinsam trainieren können.“ Kontaktverbot.

Die 28-Jährige, die als pharmazeutisch-technische Assistentin in einer Apotheke in Gmund arbeitet, bekam das anfänglich herrschende Chaos auch von der anderen Seite mit. „Die Stimmung war schon krass, viele haben Medikamente gehamstert, das war wie im Krieg“, erinnert sie sich. Oft waren die Arbeitstage in den Wochen danach so anstrengend, dass sie sich am Abend fürs Training, allein und zu Hause, nicht mehr motivieren konnte. „Da sind wir in einem richtigen Loch gewesen“, bestätigt Zenzinger.

Während er telefonisch Christina Stumböck, die zu Hause ihr Training auf dem angrenzenden Feld ihres Onkels voll durchziehen konnte, Anweisungen gab, mühte sich Sabrina Zeug bei sich zu Hause in der Tiefgarage mit Laufschule, Seilspringen, in technischen Abläufen. Bis April. Dann wurde das Kontaktverbot gelockert. „Da hab’ ich aufgeatmet, als Christina meinte, sie und Sabrina könnten doch von jetzt an bei ihr trainieren“, sagt Zenzinger.

Die vergangenen Wochen hatten jedoch ihre Spuren hinterlassen, vor allem bei der 28-jährigen Zeug. Bei den Frauen verliert der Körper 20 Prozent Kraft nach vier Wochen, in denen kein Krafttraining mehr stattfindet. „Ich hab’ keinen Hintern mehr gehabt“, erzählt Zeug und muss lachen. Die beiden Leichtathletinnen entwickelten viel Kreativität: Kniebeugen wurden mit zwei Bierbänken und Bierkästen gestaltet, von der Straße vor dem Haus wurde die Kugel in einer Drehung in das benachbarte Feld gestoßen, der Speer, der Hammer und der Diskus wurden geworfen. Dreimal in der Woche bis zu je drei Stunden. Gegenseitig filmten sie sich im Training und schickten die Aufnahmen per Handy an Hans Zenzinger, der seinerseits per Handy Anweisungen bezüglich der Körperhaltung gab. „Das war schon verrückt“, erinnert sich Stumböck. „Und am Anfang war es konditionell sehr schwer“, sagt Zeug.

Dann aber wuchs die landwirtschaftlich genutzte Wiese nebenan zu hoch. Die beiden wichen aus auf den Werferplatz des TSV Grafing, was natürlich mit einem zeitlichen und finanziellen Mehraufwand verbunden war. Krafttraining wird seitdem weiter in Stumböcks Garage oder vor dem Haus abgehalten, dazu kommen Trainingseinheiten auf der Zentralen Sportanlage in Hausham. „Wir blenden es einfach aus, dass es vorerst noch keine Wettkämpfe gibt und motivieren uns gegenseitig“, sagt Christina Stumböck. Gerade für sie war der Lockdown besonders bitter: Die 22-Jährige befindet sich im letzten Jahr des bayerischen U23-Kaders. „Das wäre meine letzte Chance auf eine Teilnahme bei der Deutschen Meisterschaft gewesen. Das nervt mich schon tierisch.“

Vielleicht werden die bayerischen und deutschen Titelkämpfe noch im September abgehalten. Doch auch wenn nicht, sind die beiden schon froh, dass wieder etwas Normalität eingekehrt ist, Trainings-Alltag. „Ich kann ohne meinen Sport einfach nicht leben“, sagt Stumböck.

Quelle: Miesbacher Merkur vom 15.6.20

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